Die Letzte Generation macht gerade in ganz Deutschland auf sich aufmerksam mit teils radikalen Aktionen, die Frage stellt sich, wie weit darf Klimaprotest gehen? Eine Einordnung:

Während sich deutsche Autofahrer über Straßenblockaden aufregen und Klimaktivisten als “Klimachaoten” beschimpfen eskalieren weltweit Wetterereignisse. 

In Pakistan kamen kürzlich nach staatlichen Angaben 1000 Menschen in einer der schwersten Fluten des Landes ums Leben, Experten sehen klar einen Zusammenhang zur Klimakrise [Q1]. Norditalien erleidete diesen Sommer eine Dürrekatastrophe die Ernten vernichtete und bereits jetzt einen Streit um das Wasser aufflammen lies [Q2]. Gleichzeitig nehmen Dürren, Waldbrände und Ernteausfälle überall auf der Welt stark zu. Die Überflutungen bleiben auch nicht nur im Ausland, sonder auch Deutschland treffen sie mit voller Härte. Mehr als 100 Menschen starben in den Fluten im Ahrtal. Auch hier sehen Experten einen Zusammenhang zur Klimakrise [Q3]. Die Wahrscheinlichkeit von Hitzewellen soll laut Wissenschaftlern um das 150-fache steigen und auch daran sterben Menschen. 2015 starben Berechnungen zufolge in Deutschland 6100 Menschen aufgrund der hohen Temperaturen [Q4]. Der Weltklimarat geht außerdem bei einer Erwärmung um 2 Grad von 280 Millionen Flüchtlingen aus, die aufgrund des gestiegenen Meeresspiegels ihre Heimat verlassen müssen. Gleichzeitig kommen andere ökologische Katastrophen hinzu. Jedes Jahr sterben weltweit 8,8 Millionen Menschen aufgrund schmutziger Luft, darunter allein 800 000 Menschen in Europa. 

Während Deutschland seine selbst gesteckten schwachen Klimaziele wieder einmal verfehlt [Q5], erkennen Klimaktivisten die Not, die Gefahr, die auf uns Menschen zu rollt, und ergreifen, während alle anderen Protestformen versagt haben, zum friedlichen Widerstand gegen das politische Versagen. Sie werden als “Klimachaoten” beschimpft und ihnen schlägt eine Welle des Hasses entgegen, während all die ökologischen Katastrophen von weiten Teilen der Bevölkerung ungeachtet ihren Lauf nehmen. 

Der Protest der letzten Generation ist friedlich aber entschlossen gegen das politische Desaster und man meint, die eigentlichen “Klimachaoten“ sitzen nicht auf der Straße, sondern in der Regierung, die trotz allem wieder stärker auf fossile Energien setzt. Diese Klimaktivisten haben Anerkennung verdient, für ihren Mut und ihr Entschlossenheit ihre eigene Existenz durch Strafanzeigen und Repressionen durch die Polizei zu ruinieren, nur um  die Menschheit von einem ökologischen Desaster zu retten. Sie sind ein Hoffnungsschimmer in einer festgefahrenen Klimapolitik.

Noch ein Hinweis zum Unfall der Radfahrerin in Berlin: Zu Beginn, die Radfahrerin ist wegen eines Betonmischers verunfallt, nicht durch Klimaktivisten, der Hass sollte dem Straßenverkehr entgegen schlagen. Nach Recherchen der SZ steht außerdem in einem internen Vermerk der behandelnden Notärztin, dass auch wenn das Spezialfahrzeug früher eingetroffen wäre, es keine Hilfe mehr leiste hätte können. Gleichzeitig lassen die Aktivisten immer Platz für eine Rettungsgasse, denn die mittlere Person ist nicht angeklebt und kann jederzeit aufstehen. Jedoch bilden meist die Autos keine Gasse. Gleichzeitig stehen Rettungswagen in ganz Deutschland jeden Tag im Stau, weil der Individualverkehr noch immer das beliebteste Fortbewegungsmittel ist. Wenn wir Verkehrstote reduzieren wollen, dann müssen wir aufs Auto verzichten!

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