Bild von xiSerge auf Pixabay
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Vor etwa 40 Jahren wurde die Varroamilbe nach Deutschland eingeschleppt, trotz größter Bemühungen der Züchter und ImkerInnen gibt es immer noch keine flächendeckende varroatolerante Biene in Deutschland. Wie kann das sein?

Eine Anpassung ist nicht möglich, da es keine natürliche Selektion nach Kriterien der Varroatolerants gibt. Wir unterbinden diese mit der jährlichen Varroabehandlung. Auch Völker, die an der Varroa zugrunde gegangen wären überleben und können sich vermehren. Tolerante Völker können sich folglich nicht durchsetzten. Wir sind immer noch am Anfang der Selektion, die Verluste wären hoch, würden sich innerhalb von wenigen Jahren aber stabilisieren. 

In Regionen, in denen keine Behandlung gegen die Milbe angewendet wurde, entwickelte sich unerwartet schnell nach ein paar Jahren eine flächendeckende Toleranz. 

Beispiele hierfür sind Regionen in Südamerika und Afrika, aber auch in Europa gibt es stabile Populationen (vgl. Dr Wolfgang Ritter in der Bienen & Natur, 11.2017, Seite 23). Auch vereinzelte Völker werden immer öfter gesichtet, können aber meist durch die Einflüsse der Imkevölker keine stabilen Populationen aufbauen. 

Ein Grund für das Fehlen einer Toleranz also ist die jährliche Behandlung, die die Selektion unterbindet. Auch aber spielen Faktoren, wie unnatürliche Behausungen und Eingriffe eine Rolle. Wir wollen nicht mit diesem Beitrag ImkerInnen dazu zu bewegen Völker überstürzt in die freie Selektion zu geben. Besser ist es die Völker intensiv zu beobachten und bei Problemen frühzeitig eingreifen und selektieren damit keine Varroabomben entstehen. Dann ist nämlich die Gefahr, dass auch varroatolerante Völker überrannt werden und sterben.